Stiftungsmanagement

„Langjährige Erfahrung mit
den eigenen Sparkassenstiftungen.“

Meierhoefer
Sechs Fragen an Volker Meierhöfer,
Abteilungsleiter Stiftungen und Generationenmanagement
der Sparkasse Neuss
Herr Meierhöfer, wie entstand die Idee des Generationenmanagements in der Sparkasse Neuss?
Seit 1995 wurde mir die Aufgabe der Betreuung der Sparkassenstiftungen der Sparkasse Neuss übertragen. Fasziniert von der Nachhaltigkeit und der Funktionsweise einer Stiftung, und in der Kenntnislage der demographischen Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland und insbesondere im Rhein-Kreis Neuss, wurde mir im Jahr 2005 der Auftrag erteilt, in der Sparkasse Neuss ein Generationenmanagement zu installieren. Es galt hierbei, viele vorhandene Bausteine zu einem Ganzen zusammenzuführen und neue, von den Kunden gewünschte Dienstleistungen zu integrieren. Grundlagen hierfür sind das bestehende Finanz-Checkkonzept und unsere hervorragend geschulten Mitarbeiter. Im Jahr 2010 wurde die Sparkasse Neuss Dank dieser Grundlagen als beste Bank in Neuss ausgezeichnet. Dieses Finanz-Checkkonzept werden wir in den kommenden Jahren verfeinern und im Bereich der individuellen Kundenbetreuung einsetzen.

Was wird der Inhalt dieses neuen Konzeptes sein?
Ein Teilbereich dieses Konzeptes wird sich intensiv mit dem Thema Vermögensnachfolgeplanung beschäftigen. Nach der ausführlichen Bestandsaufnahme der Vermögenswerte und einer Besprechung, welche Vermögenswerte später übertragen werden sollen, erfolgt die Planung, wer diese Vermögenswerte später erhalten soll. Anhand dieser Daten werden mit Hilfe des Konzeptes und Netzwerkpartner verschiedene Vorschläge zur Umsetzung erstellt.

Im Jahr 2009 hat die Sparkasse Neuss den ersten Stifter- und Generationentag ausgerichtet. Wie war die Resonanz bei den Besuchern?
Die Idee, mit kurzen Fachvorträgen über die wichtigsten Themen im Bereich der Nachlassplanung und über die Bedürfnisse der älteren Generation zu berichten, wurde sehr positiv aufgenommen. Bereits während der Veranstaltung haben Kunden mit uns Termine vereinbart. Als Ergebnis konnten wir und unsere Netzwerkpartner schon vielen Kunden die Last der Vermögensübertragung im Todesfall nehmen.
Was macht die Nachlassplanung der Sparkasse Neuss so besonders?
Durch unsere langjährige Erfahrung mit den eigenen Sparkassenstiftungen kennen wir zahlreiche gemeinnützige Einrichtungen im Rhein-Kreis Neuss. Sofern der Kunde über keine eigenen Erben verfügt, wird hierdurch die Suche nach einer sinnvollen Nutzung der Vermögenswerte im Todesfall erleichtert. Mit der Möglichkeit, die Sparkasse Neuss als Testamentsvollstrecker einzusetzen, bieten wir seit dem Jahre 2007 zusätzlich eine Antwort auf die Frage: „Wer soll die Übertragung der Vermögenswerte überwachen und ggf. eine Stiftungsgründung im Todesfall durchführen?“. So erfolgt eine Umsetzung des Testaments aus einer Hand.

Ist eine Stiftungsgründung nicht nur etwas für vermögende Kunden?
Nein. Bei einer Stiftungserrichtung muss es nicht um große Vermögenswerte gehen. Zustiftungen, Stiftungsfonds und unselbstständige Stiftungen ermöglichen jedem Bürger, der Region etwas zurückzugeben, egal ob zu Lebzeiten oder im Todesfall. Die Feinheiten lassen sich schnell in einem persönlichen Gespräch klären.

Herr Meierhöfer, die Beratung im Bereich der Nachlassplanung ist kein alltägliches Beratungsgeschäft. Wie wirken solche Gespräche auf Sie persönlich?
Immer sehr emotional. Zunächst bedanke ich mich ganz herzlich für das Vertrauen bei den Kunden, die bereits mit uns und den Netzwerkpartnern eine Stiftungserrichtung vorgenommen oder eine Testamentsvollstreckung abgeschlossen haben. Es ist immer wieder sehr ergreifend, wenn die Kunden mir ihre Lebensgeschichte erzählen. Erzählen, wie sie zu den Vermögenswerten gekommen sind und wie wichtig es ihnen ist, der Gesellschaft später wieder etwas davon zurückzugeben. Vielfach kann man die Erleichterung an den Gesichtern ablesen, wenn die Verträge für die Vermögensübertragung abgeschlossen sind.
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