Mehrwert für alle

13. 01. 2014
Kategorie: Sport
13 Januar 2014, Kommentare: 0

Mehrwert für alle

Interview mit dem Säbelfecht-Vize-Weltmeister (2010) und Weltmeister (2009) Nicolas Limbach

Nicolas Limbach gehört zu den erfolgreichsten deutschen Säbelfechtern und wurde am 29. Dezember 1985 in Eupen geboren. Er ficht für den TSV Bayer Dormagen. Neben dem Sport studiert er seit März 2006 International Management an der Hochschule Ansbach. Im Jahre 2009 gewann er die Herrensäbel-Einzel-Weltmeisterschaft im Finale gegen den Rumänen Rares Dumitrescu. Damit ist Limbach nach Felix Becker, der 1994 die Weltmeisterschaft gewann, der zweite deutsche Säbel-Weltmeister in der Geschichte dieses Sportes. Im Jahre 2010 gewann er in Paris die Silber-Medaille. Wir sprachen mit Nicolas Limbach über die Unterstützung der Stiftung Sport der Sparkasse Neuss, seine Werte und seine Empfehlungen für junge Sportlerinnen und Sportler.

Was hat die Stiftung Sport der Sparkasse Neuss für Sie getan?
Die Stiftung Sport der Sparkasse Neuss unterstützt mein tägliches Leben. Ohne dieses Geld müsste ich einen Nebenjob machen. Dann könnte ich nicht mehr studieren und gleichzeitig auf diesem Niveau fechten. Das entlastet mich enorm. Auch wenn das keine immensen Beträge sind, für mich ist das sehr viel Geld. Es gibt ein Prämien-System für große Erfolge, wie Deutsche Meisterschaft, Weltmeister oder Platzierungen bei den Europa-Meisterschaften. Diese Prämien gibt es einmal im Jahr, was natürlich auch ein Ansporn ist und man freut sich darüber, wenn das honoriert wird. Es gibt andere Sportarten, wo es wesentlich mehr Geld gibt und die sagen uns: Was Ihr da trainiert, das ist der Wahnsinn. Sonst hätten wir aber auch keine Chance international. In Russland zum Beispiel sind die Jungs Vollprofis. Wir sind froh, dass wir solche Partner wie die Sparkasse Neuss haben, absolut. Auf der anderen Seite sind das ja nicht nur direkte Zuwendungen. Die Stiftung Sport übernimmt auch schon mal Reisekosten oder Kosten von einem Trainingslager oder vielleicht mal die Finanzierung von einem Trainer, was mir als Athlet dann zugute kommt.

Wie lange unterstützt die Stiftung Sie schon?
Mit monatlichen Zuwendungen seit 2004, aber diese Prämien für Erfolge, da habe ich die erste 1999 bekommen.

Sind Sie selbst Kunde bei der Sparkasse Neuss?
Ja, in Dormagen. Natürlich habe ich mit dem Sparbuch angefangen, das die Eltern als Kind für mich eröffnet haben. Dann irgendwann das Schüler-Girokonto, weil wir ja schon in jungem Alter viel im Ausland sind. Da hat man natürlich noch keine Kreditkarte. Und heute bin ich immer noch bei der Sparkasse Neuss.

Wie unterscheidet sich eine Sparkasse aus Ihrer Sicht von anderen Kreditinstituten?
Ich würde sagen durch ihren sozialen Auftrag. Sie engagiert sich ja nicht nur im Sport sondern auch bei Kultur und anderen Aktivitäten. Da wird etwas für die Allgemeinheit geschaffen, was einen Mehrwert bildet für alle. Das ist an sich der große Image-Punkt der Sparkasse.

Würden Sie anderen jungen Menschen raten, Ihren Weg zu gehen? In den Spitzensport und Säbel-Fechten?
Also ich kann jedem Kind nur raten, Sport zu machen, sich in einem Verein zu organisieren. Erstens lenkt das von der Schule ab, ganz klar. Man hat einen anderen Freundeskreis zusätzlich und die Werte sind einfach wichtig. In jeder Sportart werden Werte vermittelt. Ich weiß, die Jungs, Sport 31 die damals mit 13/14 Jahren keinen Sport gemacht haben, die sind auch später nicht mehr so organisiert in den Sportverein gegangen. Und die Zeit, die ich nachmittags hier in der Halle verbracht habe, mit anderen Jungs, da waren die im höchsten Fall mal Inline-Skaten, das war schon das höchste der sportlichen Gefühle. Ich glaube: Jeder der regelmäßig Sport gemacht hat, hat den Leuten der gleichen Generation einige Werte und Tugenden voraus.

Welche Werte sind das?
Es kann Disziplin sein, es kann Eifer sein oder Selbstbewusstsein. Also jeder, der erfolgreich im Sport ist, ist eigentlich selbstbewusst. Der kann vor Leuten auftreten und sich meistens auch vernünftig artikulieren und mit anderen Menschen kommunizieren. Und zu lernen, wie man auf ein Ziel hinarbeitet, das gehört natürlich auch zu Disziplin dazu. Man muss Ziele setzen lernen. Sich dafür zu organisieren – das habe ich durch den Sport gelernt. Manche Eltern leben das vor. Aber so richtig prägnant und konsequent vermittelt das vor allem der Sport. Man sollte etwas haben, was einen erfüllt, neben der Schule. Zuhause vor dem Fernseher sitzen – da fragt man sich wahrscheinlich in fünf Jahren, was man gemacht hat und wo die Zeit geblieben ist.

Sollten junge Menschen Sport machen, um diese Werte zu erleben?
Also ich sage nicht, dass jeder absoluter Profisportler werden muss und in die gleiche Kerbe schlagen muss wie ich, mit maximal viel Training. Aber so zwei, drei mal die Woche Sport – das tut nicht nur der Gesundheit gut. Auch die Interaktion mit den Trainern, die manchmal auch in irgendeiner Weise Ersatzväter sind und einem andere Dinge geben, als das die Familie tut, das erweitert ja auch den Horizont.

Herr Limbach, wir danken Ihnen für das Interview.